Analoge & manuelle Kamera auf Reisen – lohnt das noch?

Wer heute in der modernen Zeit verreist, hat eigentlich immer eine digitale Kamera dabei. Daher auch die Frage, ob es noch lohnt eine alte analoge & manuelle Kamera mit in den Urlaub zu nehmen. Sei es eine DSLR, eine spiegellose oder eine Kompaktkamera. Doch ist das zwangsläufig alles besser als die alte analoge Kamera? Viele analoge Spiegelreflexkameras waren Jahrzehnte lang das non plus Ultra. Und auf einmal reichen sie nicht mal mehr für den Familienurlaub?

Geschossen mit der Canon AE-1 auf Kodak Gold 200 (bei ISO 100)
Geschossen mit der Canon AE-1 auf Kodak Gold 200 (bei ISO 100)

Bei unserer 10 tägigen Reise nach Kos im Sommer 2019 hatte ich eine dabei und ich muss zugeben, es hat mich überrascht!

Was genau hatte ich dabei?

Mit auf die Reise musste unbedingt meine geliebte Canon AE-1 aus dem Jahr 1978. Die Canon AE-1 hat schon früh mein Herz für sich gewonnen, so gab es keinen Urlaub in meiner Kindheit, bei dem mein Vater nicht seine AE-1 dabei hatte. Neben der Kamera von meinem Vater steht aber mittlerweile eine zweite AE-1, welche ich mir extra für Reisen gekauft habe im Regal. Zusätzlich zu der Kamera hatte ich noch 2 Objektive, einmal das Canon FD 50mm f/1.4 und das Canon FD 28mm f/2.8 dabei. Zwei Festbrennweiten, mit denen man eigentlich alles Gängige ablichten können sollte. Außerdem waren natürlich auch ein Haufen an Filmen im Rucksack. Insgesamt dabei hatte ich knappe 10 Filmrollen. Angefangen bei dem Klassiker „Kodak Gold 200“ bis hin zu einem Schwarzweiß-Film und ein paar mit ISO 400. Das war es dann aber auch schon.

Wie hat sich die Canon AE-1 geschlagen?
Geschossen mit der Canon AE-1 auf demKodak Gold 200 (bei ISO 100)
Geschossen mit der Canon AE-1 auf demKodak Gold 200 (bei ISO 100)

Ja, so eine analoge Kamera im Urlaub hat Vor- und Nachteile. Im Vergleich zu einer modernen DLSR wie meiner Canon EOS 6D die ebenfalls dabei war fällt einem natürlich vieles auf. Allerdings weiß man schon vor dem Urlaub, dass man manuell fokussiert, alle Einstellungen jedes Mal anpassen muss und das auf einem Film maximal 24/36 Fotos passen. Deswegen werte ich solche Punkte hier auch nicht. Man könnte höchstens sagen, dass es etwas länger dauert bis alles passend eingestellt ist, allerdings ist das meines Empfinden nach eine reine Frage der Übung. Tatsächlich aber gibt es ein paar echte Punkte, die einem zu denken geben. So ist man es mittlerweile gewöhnt, immer und jederzeit sich seine Bilder anschauen zu können. Bei einem analogen Film, welcher wenn er voll ist erst einmal in den Rucksack wandert geht das nicht. Selbst wenn man wieder Zuhause angekommen ist dauert es meisten noch bis zu 14 Tage, bis alle Filme entwickelt und zusätzlich noch digitalisiert aus dem Labor zurück kommen. Auch muss man darauf hoffen alles richtig gemacht zu haben, da man schlicht nicht am Ort kontrollieren kann, ob die Bilder etwas geworden sind. Auf der anderen Seite allerdings, finde ich es auch schön, die Vorfreude zu haben, bis die Bilder endlich da sind und man freut sich umso mehr den Urlaub noch einmal 14 Tage später Revue passieren zu lassen.

Ansonsten muss ich tatsächlich sagen, hat sich die Canon AE-1 in dem Urlaub wirklich gut geschlagen. Selbst bei anfänglicher Dämmerung waren Bilder aus der Hand dank der Blende von 1.8 noch super möglich. Zusätzlich hat man tatsächlich immer zweimal überlegt was man wirklich fotografiert, da die Filme natürlich begrenzt waren. So bin ich keinen Abend ins Hotel gefahren und hatte kein Foto mehr auf dem Film übrig sondern hatte immer noch “Luft” für 3 bis 4 Fotos.

Geschossen mit der Canon AE-1 auf dem Kodak Ultramax 400
Geschossen mit der Canon AE-1 auf dem Kodak Ultramax 400

Als letzten Punkt könnte man natürlich noch die Bildqualität anführen. Allerdings ist dies auch ein Faktor den man beeinflussen kann. Macht man alle Fotos auf dem günstigen Kodak Ultramax 400 Film und lässt diesen bei der Drogerie seines Vertrauens entwickeln sehen die Ergebnisse anders aus als nähme man einen Portra 400 und entwickelt diesen selbst oder bei einem professionellen Labor von Hand. Dasselbe gilt übrigens auch bei den Digitalisierungen. Anders ist es bei einer Digitalkamera aber auch nicht. Fotografiert man direkt in JPEG oder erst in RAW und macht dann die endgültige Entwicklung in Lightroom mit ein paar Korrekturen. Viele Faktoren beeinflussen also die Qualität des entwickelten Fotos am Ende. Und auch der Look ist bei jedem etwas anders. Genauso wie unser Geschmack, weshalb ich diesen Punkt auch als rein subjektiv betrachte.

Lohnt es sich also noch, eine analoge Kamera mit auf die Reise zu nehmen?

Eine klassische alte analoge Kamera wie meine Canon AE-1 liefert auch im Jahr 2020 noch tolle Ergebnisse. Natürlich ist alles nicht so komfortabel wie mit der neuesten DSLR und man muss auf jeden Fall wissen wie man fotografiert, denn einen Automatikmodus gib es schlicht nicht. Ist das allerdings gegeben, dann bekommt man wirklich tolle Bilder mit einem ganz gewissen Charme. Allerdings empfehle ich es nicht unbedingt, nur eine analoge Kamera mit auf Reisen zu nehmen. So sehe ich die analoge Kamera eher als Ergänzung. Bei mir reist sie oft neben meiner Canon EOS 6D mit und ich nehme mir ganz bewusst Zeit um analog zu fotografieren. So musste ich bei unserem Kos Urlaub tatsächlich feststellen, dass kein einziges analog geschossenes Foto nichts geworden ist.

Geschossen mit der Canon AE-1 auf dem Kodak Gold 200 (bei ISO 100)
Geschossen mit der Canon AE-1 auf dem Kodak Gold 200 (bei ISO 100)

PS: Alle in diesem Beitrag geschossenen Bilder habe ich mit der Canon AE-1 geschossen. Anschließend habe ich die Bilder bei der Drogerie DM im Format 10×15 samt Foto-CD entwickeln lassen. Die Bilder hier sind die unbearbeiteten Scans von der Foto CD.

Solltet ihr Fragen oder Anregungen zu diesem Thema haben, schreibt mir gerne eine Nachricht über das Kontaktformular. Ich freue mich von euch zu hören!

Mehr über die Canon A-Serie könnt ihr hier auf Wikipedia erfahren. Ein Beitrag zu meiner AE-1 schreibe ich euch bei Gelegenheit aber auch noch.

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